Anziehung des Verbotenen
Beschreibt charakterisiert den Drang, etwas Verbotenes zu tun, gerade weil es verboten ist. Das Verbot weckt in der betreffenden Person eine latente Feindseligkeit gegen die Autoritätsperson. Wenn die Historiker zugeben, dass die Französische Revolution zum Teil ein Werk der Freidenker des 18. Jahrhunderts ist, und wenn in allen Staaten Vertreter der Zensur und der Scheinheiligkeit mit verbissenem Eifer jede Äußerung menschlicher Erotik bekämpfen, so ist das kein Zufall. Die Staaten behaupten zwar, dass ihr Vorgehen einzig dem Schutze der Moral dienen soll, in Wirklichkeit geht es ihnen jedoch nur darum - bewusst und in vielen Fällen durch Zwangsmittel -, ihre errungene Stellung zu verteidigen. Bei der Anziehungskraft des Verbotenen können auch das Verlangen nach Bestrafung, der Masochismus, die Flucht in die Angst und die Gefahr als Komponenten in Betracht kommen. Nach Flügel (Camsex Man, Morals and Society), der die Anziehung des Verbotenen als moralische Gegen-Suggestion bezeichnet, bewirkt der Zwang dieser Anziehungskraft, dass sich ein Teil des Über-Ich mit dem Es verbindet.
mh
Posted: April 16th, 2008 under Erotik, Liebe und Partnerschaft.
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